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Schuldnerberatung des DRK-Kreisverbandes Alzey arbeitet am Limit

Schuldnerberatung DRK, vl: Birgit Rittersbach, Isabell Burkhard Foto: BK/Axel Schmitz

Lange haben die beiden Schuldnerberaterinnen des DRK-Kreisverbandes Alzey Isabell Burkhard und Birgit Ritterspach bei ihrer Arbeit wenig von der Coronakrise bemerkt. In den letzten Wochen steige die Nachfrage nach dem kostenlosen Angebot jedoch stetig. Seit Anfang Juni haben sich bereits 90 Ratsuchende an die beiden gewandt - ungefähr wie insgesamt in den ersten fünf Monaten des Jahres.

"Beim genaueren Hinsehen wird deutlich, dass die finanziellen Probleme oftmals schon lange vor der Coronakrise angefangen haben, das Fass jedoch jetzt endgültig übergelaufen ist", resümmiert Isabell Burkhard. Die klischeehaften Konsumentenschulden seien nur ein Teil der zahlreichen Probleme, unterstreicht ihre Kollegin Birgit Ritterspach. "Es sind nicht nur die, die über ihre Verhätlnisse leben, sondern oft auch Schickalsschläge, wie Scheidung, Jobverlust, Krankheit oder Unfall." Gerade in Zeiten von Corona fallen bei vielen die Einnahmen weg, die Kosten aber nicht.

Nachdem sich die Schuldnerberaterinnen einen ersten Überblick über die Situation verschafft haben, suchen sie gemeinsam mit dem Hilfesuchenden nach einer Lösung. "Manchmal kommen die Leute schon mit dem Gedanken in Privatinsolvenz zu müssen, und dann zeigt sich, dass es noch eine andere Möglichkeit gibt. Prinzipiell entscheidet aber der Klient welcher Weg gegangen wird", erklärt Isabell Burkhard.

Wie lange das Arbeiten am Limit weiter andauere, das hänge vom weiteren Verlauf der Pandemie ab. Je länger die Einschränkungen und je schwerer die wirtschaftlichen Schäden, desto größer der Ansturm. Die Schuldnerberaterinnen sehen auf jeden Fall weiteren Investitionsbedarf. So sei zusätzliches Personal notwendig, denn gerade bei einer drohenden Rezession könnten die Auswirkungen der Corona-Pandemie noch lange zu spüren sein und mehr Menschen das Angebot benötigen.

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