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60 Jahre FSJ: Drohende Kürzungen wären fatal

Copyright: DRK-Landesverband Rheinland-Pfalz/ A. Thomsen-Weiße

Zum 60-jährigen Jubiläum der Freiwilligendienste, darunter das Freiwillige Soziale Jahr und der Bundesfreiwilligendienst, drohen schmerzhafte finanzielle Einschnitte. Dabei werden die engagierten Menschen auch aufgrund des Fachkräftemangels dringender gebraucht denn je. Der DRK-Landesverband Rheinland-Pfalz fordert daher ein Umdenken der Politik: „Weitere Kürzungen im sozialen Bereich vorzunehmen, ist das völlig falsche Signal. Vielmehr müssen wir die Möglichkeiten für ein freiwilliges Engagement ausbauen. Freiwilligendienste geben jungen Menschen die Chance, sich für andere zu engagieren und dabei Selbstwirksamkeit zu erlangen. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu Solidarität und damit auch zur Sicherung unserer Demokratie,“ machen Anke Marzi und Manuel Gonzalez, Vorstände des rheinland-pfälzischen Roten Kreuzes deutlich.

Knapp 100.000 Menschen leisten in Deutschland jährlich ein Freiwilliges Soziales Jahr, davon 3.600 trägerübergreifend in Rheinland-Pfalz. Eine echte Win-Win-Situation für alle Beteiligten: Sowohl für die Freiwilligen selbst als auch für die Einsatzorte. Auf dem Weg von Schule zu Ausbildung oder Studium finden junge Menschen hier Orientierung im Dschungel der Ausbildungsmöglichkeiten, sammeln wichtige Erfahrungen, reifen auf persönlicher Ebene und engagieren sich dabei sozial. Vor Ort entlasten Freiwilligen das Personal und machen den Alltag in den Einrichtungen fröhlicher, lebenswerter und leichter. Die Freiwilligen übernehmen dabei das, wofür die Fach- oder Pflegekräfte keine Zeit haben. Ein dickes Plus im Alltag vieler sozialer, kultureller oder sportlicher Einrichtungen. Freiwillige sind seit 60 Jahren unverzichtbarer Teil des sozialen Angebots in Deutschland, so auch beim Rettungsdienst und als neues Angebot im Katastrophenschutz. Überschattet wird das Jubiläumsjahr allerdings von den erneut drohenden Kürzungen seitens des Bundes und der Länder. Das rheinland-pfälzische DRK als einer der größten Anbieter landesweit, beobachtet die Entwicklung mit Sorge. „Von 900 Plätzen, die wir anbieten können in Rheinland-Pfalz, sind aktuell nur 600 besetzt. Die Befürchtung liegt nahe, dass sich einige Bewerbende von den drohenden Kürzungen abschrecken lassen. Dabei sollten wir mit einer nachhaltigen Stärkung der Freiwilligendienste auf politischer wie auch gesellschaftlicher Ebene den Menschen signalisieren: ‚Wir brauchen euch‘. Dafür müssen wir die Rahmenbedingungen verbessern, so dass jede und jeder der möchte, ein Freiwilliges Soziales Jahr leisten kann, unabhängig der eigenen finanziellen Möglichkeit.“, fordern Anke Marzi und Manuel Gonzalez.

Aktionstag in der Mainzer Innenstadt am 04. Juni 2024
Auf diesen Missstand möchte der DRK-Landesverband Rheinland-Pfalzgemeinsam mit weiteren Trägern mit einem Aktionstag in der Mainzer Innenstadt aufmerksam machen:  Auf dem Gutenbergplatz fand ein öffentliche Diskussionsrunde statt. Geladen waren neben  aktuellen und ehemaligen Freiwilligen mit Jannis Preuß, Pressesprecher der bundesweiten Kampagne „Freiwilligendienste stärken“, sowie Abgeordnete des rheinland-pfälzischen Landtags, unter anderem Lisett Stuppy, Bündnis 90 – die Grünen sowie Christian Baldauf, CDU, und Michael Simon von der SPD.


Christian Baldauf, Mitglied des Landtages Rheinland-Pfalz und Landesvorsitzender der CDU Rheinland-Pfalz anlässlich des Jubiläums: „ Aus meinen zahlreichen Kontakten mit dem DRK und anderen Einrichtungen weiß ich wie wichtig
das Freiwillige Soziale Jahr, der BFD und der internationale Freiwilligendienst für Einrichtungen wie das DRK sind und wie umgekehrt das Angebot dieser Freiwilligendienste wichtig für die Gesellschaft ist. Das DRK und andere Einrichtungen haben meine volle Unterstützung für die Freiwilligendienste."
 

Auch Markus Kropfreiter, Ortsbürgermeister in Lingenfeld und Abgeordneter im Landtag Rheinland-Pfalz äußert sich: „Ich finde, dass ein freiwilliges soziales Jahr für viele Schülerinnen und Schüler nach dem Schulabschluss zu einer idealen
Berufsorientierung führen kann. Die Motivation, ein solches Jahr zu absolvieren, sollte gestärkt werden, denn es ermöglicht den Jugendlichen einen genaueren Einblick in den Beruf, anders als es zum Beispiel in einem Praktikum der Fall ist. Kürzungen sind keineswegs förderlich. Durch die Möglichkeit eines freiwilligen sozialen Jahres entlasten wir auf der einen Seite die Mitarbeiter einer Einrichtung und stärken auf der anderen Seite den Berufswunsch der Interessierten."

Weitere Informationen und Pressekontakt:

DRK-Landesverband Rheinland-Pfalz
Stabsstelle „Kommunikation und Verbandsentwicklung“
Allegra Thomsen-Weiße
Referentin Presse- und Medienarbeit
Tel. (0 61 31) 28 28 1502
a.thomsen-weisse@lv-rlp.drk.de

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