Migration

Foto: Andre Zelck/DRK

Ein Rückblick:

Das Rote Kreuz entwickelte sich bereits seit Anfang der 90er Jahre zu einem wichtigen Ansprechpartner in Migrations- und Integrationsfragen. Zeitweilig betreute das Rote Kreuz 55 Übergangswohnstätte mit knapp 6.000 Plätzen, in einigen Kommunen auch Asylbewerber und Bürgerkriegsflüchtlinge. Nach dem Rückgang des Spätaussiedlerzuzugs schloss im Jahr 2005 die letzte Übergangswohnstätte. 

Aktueller Stand:

Seit 2005 bietet der Wohlfahrtsverband in sechs Kreisverbänden Migrationsberatungsstellen an. Sie unterstützen Neuzuwanderer, Ausländer und Aussiedler bei der Integration. Das Land Rheinland-Pfalz und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge fördern diese Beratungsstellen. Schwerpunkt der bundesgeförderten Migrationsberatung ist eine umfangreiche, zielgerichtete Einzelfallhilfe. Sie informiert über Deutsch- bzw. Integrationskurse, gibt Hilfen im Umgang mit Behörden, bei persönlichen, schulischen, beruflichen oder familiären Schwierigkeiten.

Außerdem bieten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Migrationsberatungsstellen eine sozialpädagogische Betreuung von Integrationskursteilnehmern an und arbeiten in kommunalen Netzwerken mit. Zielgruppe sind vornehmlich Neuzuwanderer über 27 Jahre, das heißt Ausländer und Aussiedler, die noch keine drei Jahre in Deutschland leben. In den landesgeförderten Beratungsstellen sind dahingegen die bereits länger in Rheinland-Pfalz lebenden Migrantinnen und Migranten schwerpunktmäßig die Zielgruppe.

Darüber hinaus wurden im DRK-Landesverband folgende Integrationsprojekte durchgeführt:

„Älter-werden-in-Deutschland“ – Informationsreihe für ältere Migrantinnen und Migranten

Seit 2006 bietet der DRK-Kreisverband Mainz-Bingen die speziell für türkische Senioren entwickelte Inforeihe „Älter werden in Deutschland“ an. Diese Reihe informiert über das deutsche Gesundheitssystem, entlastende Hilfen wie HausNotruf, MenüService oder Fahrdienste, ambulante und stationäre Einrichtungen. Aber auch die „einheimischen“ Einrichtungen, die in die Info-Reihe mit einbezogen sind, sollen Anstöße für eine interkulturelle Öffnung erhalten.

Diese Info-Reihe wird nach dem gleichen Konzept auch für russisch-sprechende Seniorinnen und Senioren (Spätaussiedler/innen und jüdische Emigrierte) angeboten. Sie fand ebenfalls in Mainz, aber auch bereits zweimal im Kreis Bernkastel-Wittlich statt.

MiMi-Gesundheitsprojekt „Mit Migranten für Migranten“. Interkulturelle Gesundheit in Deutschland

In 2006 startete der DRK-Kreisverband Mainz-Bingen in Kooperation mit der Stadt Mainz und als lokaler Partner des Ethno-medizinischen Zentrums (EMZ) in Hannover im Auftrag und mit Förderung des Bundesverbandes der Betriebskrankenkassen (BKK) das Projekt „Mit Migranten für Migranten“. Nach 50-stündiger Schulungsreihe unterstützen 26 Gesundheitsmediatoren kultursensibel und in zehn Sprachen ihre eigenen Landsleute in der Gesundheitsförderung, Prävention und beim Umgang mit dem deutschen Gesundheitssystem.

Sprachpartnerschaften

Seit 2006  versucht das Projekt „Sprachpartnerschaften“ Migrantinnen und Migranten in Kontakt mit Einheimischen zu bringen. Ziel ist es, die erlernten Deutschkenntnisse im Alltag zu optimieren und den Einheimischen den Kontakt zu Menschen aus anderen Kulturen zu ermöglichen. Das Projekt wird in den Kreisverbänden Bernkastel-Wittlich, Kaiserslautern-Land und Kaiserslautern-Stadt umgesetzt.

Projekt des DRK-Kreisverbandes Bitburg-Prüm