Vorkehrungen für den Brandschutz, Betriebssanitäter, eine gute Erste-Hilfe-Ausrüstung - all das ist heute in der Mehrzahl der Unternehmen und in jeder Institution Standard. Doch ein weiterer Faktor entscheidet in vielen Fällen noch häufiger über Leben und Tod: Die Verfügbarkeit eines automatisierten externen Defibrillators (AED).

Bei den meisten vom plötzlichen Herztod Betroffenen liegt zunächst ein Kammerflimmern, also eine schnell, aber wirkungslose Herzmuskelaktivität, vor. Die elektrische Defibrillation ist die einzig wirksame Behandlung des Kammerflimmerns. Bei der Defibrillation wird mittels großflächiger Elektroden ein Stromstoß durch den Brustkorb des Betroffenen abgegeben. Er soll das ungeordnete "Zittern" der Herzmuskelfasern unterbrechen und in einen geregelten Herzschlag überführen. Ein Stromschlag von wenigen Millisekunden Dauer reicht häufig aus, um das elektrische Chaos am Herzen zu unterbrechen. - Nur mit einem solchen Defibrillator ist es möglich, lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen zu behandeln und zwar direkt am Notfallort, noch vor dem Eintreffen des Rettungsdienstes.

Daten und Fakten zur Frühdefibrillation

Je früher die Defibrillation des Kammerflimmerns erfolgt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, ohne bleibende körperliche Schäden zu überleben.

  • Je Minute nach Eintritt des Kammerflimmerns ohne wirksame Defibrillatopn und Wiederbelebung reduziert die Überlebenswahrscheinlichkeit um ca. 10 %.
  • Vor der Auslösung eines Stromstoßes analysiert der Frühdefibrillator den Herzrhythmus des Betroffenen. Die Zuverlässigkeit liegt bei über 95 %.
  • Das Konzept der Frühdefibrillation wird von den deutschen Hilfsorganisationen und zahlreichen namhaften Institutionen unterstützt. So sprechen sich der europäische Wiederbelebungsrat und die deutsche Bundesärztekammer ausdrücklich für die Frühdefibrillation aus.

Die Frühdefibrillations-Ausbildung beim Roten Kreuz

Die Bedienung eines Frühdefibrillators ist zwar einfach, der richtige Einsatz - natürlich in Kombination mit den üblichen Wiederbelebungsmaßnahmen - muss jedoch gelernt und trainiert werden.

Das Rote Kreuz bietet Ihnen nicht nur die Ausbildung in Erster Hilfe oder den Lehrgang zum Betriebssanitäter an. Bei uns können SIe sich auch im Umgang mit dem Frühdefibrillator schulen lassen.

In einer 8 Unterrichtsstunden umfassenden Ausbildung werden die Grundlagen, Maßnahmen und Ziele einer Frühdefibrillation erläutert und die erforderlichen Abläufe trainiert. Außerdem ist natürlich eine Geräteeinweisung mit Zertifizierung gemäß Medizin-Produkte-Gesetz (MPG) Bestandteil der Ausbildung.

Voraussetzung zur Teilnahme an der Frühdefibrillations-Ausbildung ist der Nachweis eines Erste-Hilfe-Kurses oder eines Erste-Hilfe-Trainings, der/das nicht länger als ein Jahr zurückliegen sollte.