Jugendverband des DRK kürt den besten Nachwuchs in Bitburg - Jugendrotkreuz: Erste Hilfe auf den Bildungsplan

Mainz/Bitburg. Sie sind jung, erkennen eine Gefahrensituation und greifen im Notfall beherzt ein: Am kommenden Wochenende messen sich die besten Mannschaften des Jugendrotkreuzes (JRK) beim Bundeswettbewerb in Bitburg. Damit haben Sie dem Bundesbürger etwas voraus: Nach Einschätzung des Deutschen Roten Kreuzes beherrscht ein Großteil der Menschen nicht die lebensrettenden Sofortmaßnahmen. Das Jugendrotkreuz fordert deshalb die Verankerung der Ersten Hilfe im Bildungsplan. Rheinland-Pfalz macht es vor: In einigen Teilen des Bundeslandes machen sich überdurchschnittlich viele Kinder und Jugendliche in Kindergärten und Grundschulen als kleine Lebensretter fit.

Rund 300 Jugendrotkreuzler zeigen beim 12. Bundeswettbewerb der Stufe III (17 bis 27 Jahre) vom 19. bis 21. Oktober ihr Wissen in Erster Hilfe, aber auch in anderen Bereichen der Rotkreuzarbeit. Die Teilnehmer kommen aus dem gesamten Bundesgebiet. Der Parcours geht quer durch Bitburg und umfasst elf Stationen mit realistischen Notfalldarstellungen und zur aktuellen „Klimahelfer“-Kampagne. 

Nach Schätzungen des Jugendrotkreuzes ereignen sich jährlich rund eine Million Unfälle an Schulen, ein Fünftel davon an Grundschulen. Der Jugendverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) setzt sich daher für die Verankerung von Erster Hilfe im Bildungsplan ein. Robin Wagener, JRK-Bundesleiter, sagt: „Schulkinder sind oft selbst Opfer von Unfällen. Deshalb sind Kenntnisse in Erster Hilfe für sie so wichtig. Und schon die Kleinsten können das Helfen lernen. Das Jugendrotkreuz setzt sich dafür ein, dass Erste Hilfe in allen Ländern auf den Stundenplan kommt.“ 

In Rheinland-Pfalz werden die Erste-Hilfe-Angebote von JRK und DRK an Kindergärten, Grundschulen und weiterführenden Schulen stark nachgefragt. Grundschullehrer bekommen mit dem JRK-Programm „Kinder helfen Kindern“ eine Arbeitshilfe an die Hand, das Schülern der Klassen 1 bis 4 praktisches Wissen in Erster Hilfe vermittelt. Die Kinder erkennen Gefahrenquellen, verarzten kleinere Wunden und lernen, wie man einen Notruf absetzt. 1650 Schulsanitäter sorgen an 126 weiterführenden Schulen in Rheinland-Pfalz für mehr Sicherheit im Schulalltag, jährlich bildet das DRK rund 6400 Lehrer in Erster Hilfe aus und fort.

Schon die Kleinsten sind ganz Ohr, wenn Puppe Paula in den Kindergarten kommt und erklärt, wie wichtig schnelle Hilfe im Ernstfall sein kann – und dass sie selbst helfen können. Das Projekt „PAULA –Vorschulkinder lernen helfen“, ein Angebot des DRK-Landesverbandes Rheinland-Pfalz, sensibilisiert Kinder für ein Unfall vermeidendes und verantwortungsbewusstes Miteinander.

DRK-Projektmitarbeiterin Maria Weber ist seit 2001 im Kreisverband Bitburg-Prüm bzw. für das DRK-Bildungswerk Eifel mit dem PAULA-Mobil unterwegs. Mehr als 8300 Vorschulkinder in insgesamt 53 Kindergärten nahmen seither an den Kursen der gelernten Erzieherin teil. Sie sagt: „Wir erleben immer wieder, wie ernst den Kindern das Helfen ist. Aufeinander achten, nicht wegsehen, Hilfe holen und trösten sind wichtige Erkenntnisse, die den Kindern dauerhaft präsent bleiben. Häufig wiederholen die Kinder das Gelernte im Spiel noch lange nach unserem Besuch im Kindergarten.“ Der PAULA-Kurs umfasst vier Gruppenstunden; in der letzten Stunde kommt der Krankenwagen zum Kindergarten, ein Rettungsdienstmitarbeiter beantwortet die Fragen der jungen Helfer. Kindergärten und Kitas können das PAULA-Mobil gegen einen Kostenbeitrag beim Landesverband des DRK Rheinland-Pfalz buchen. Mehr Infos unter www.lv-rlp.drk.de oder direkt bei JRK-Landesreferent Klaus Hofmann, E-Mail: k.hofmann(at)lv-rlp.drk.de; T.: 06131 – 2828 1212.

18.10.2012