DRK-Jahresrückblick 2016: Deutsches Rotes Dach. Wir helfen Menschen auf der Flucht und bei der Integration.

Die Flüchtlingsströme Mitte 2015 sind uns noch in Erinnerung: Über Monate kamen tausende Menschen täglich, auf der Flucht vor Krieg und Konflikten, nach Europa und Deutschland, auf der Suche nach Schutz und Frieden. In dieser Zeit waren die ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitenden des rheinland-pfälzischen Roten Kreuz rund um die Uhr im Einsatz, um Geflüchteten bei Ihrer Ankunft in einem neuen, fremden Land zu helfen. In der Zeit von Juli 2015 bis März 2016 entstanden 27 Landes-Notunterkünfte mit sozialer und medizinischer Betreuung und insgesamt 14.000 Unterbringungsplätzen in Trägerschaft des Roten Kreuzes. Rund 500 hauptberufliche und 1.300 ehrenamtliche Rotkreuzler/innen waren in dieser Zeit in der Flüchtlingshilfe aktiv.

Aufgrund der zurückgehenden Flüchtlingszahlen baute das Land Rheinland-Pfalz in 2016 immer mehr Unterkünfte zurück, so dass 2017 noch drei Erstaufnahmeeinrichtungen – in Hermeskeil, Kusel und Bitburg – in DRK-Trägerschaft sind. Darüber hinaus übernimmt das Rote Kreuz die Betreuung in kommunalen Gemeinschaftsunterkünften in Bad Kreuznach, Kaiserslautern-Stadt, Neuwied und im Allianzhaus in Mainz.

Und auch nachdem die großen Flüchtlings-Schlagzeilen aus den Medien verschwunden sind, sind nach wie vor viele Rotkreuzler/-innen im Einsatz um Flüchtlinge in allen Lebensbereichen zu unterstützen. So arbeiten derzeit in den DRK-Kreisverbänden 11 Koordinatoren an 9 Standorten in der Flüchtlingshilfe. Weitere Stellen sind geplant. Des Weiteren berät das Rote Kreuz erwachsene Zuwanderer in den nunmehr elf Migrationsberatungsstellen in Rheinland-Pfalz.

Auch in Zukunft will das Rote Kreuz „Zeichen setzen“ und den Bereich Flüchtlingssozialarbeit weiter ausbauen. Hierfür bietet das kürzlich erschienene DRK-Integrations- und Teilhabekonzept eine gute Grundlage für die weitere Arbeit. Die künftige Herausforderung: Flüchtlinge auf allen Ebenen in die Gesellschaft und das Rote Kreuz zu integrieren - sei es in Ausbildung, Arbeit und Freizeit.

Ein Bereich, in dem Flüchtlinge besondere Unterstützung benötigen, ist in der Bewältigung der oft traumatischen Fluchterfahrungen zu sehen. Dafür spezialisierte Einrichtungen stellen die Psychosozialen Zentren (PSZ) dar. Die bisher fünf PSZ in Rheinland-Pfalz werden voraussichtlich im Sommer 2017 um ein weiteres in Trägerschaft des Roten Kreuzes Kaiserslautern-Stadt ergänzt.

Migrationsberatungsstellen und -dienste in den Kreisverbänden:

Ahrweiler, Bernkastel-Wittlich, Birkenfeld, Bitburg-Prüm, Cochem-Zell, Kaiserslautern-Stadt, Kaiserslautern-Land, Kusel, Mainz, Mayen-Koblenz und Südwestpfalz

 

Projekte (Auswahl):

KidsCare (DRK-Kreisverband Trier-Saarburg)

Kids und Care mobil (DRK-Kreisverband Alzey)

Integration durch Ausbildung und Arbeit (DRK-Kreisverband Bitburg-Prüm)

Café Vielfalt (DRK-Kreisverband Bad Kreuznach)

Fahrdienste bei der Wohnungsaufnahme bzw. bei Behördengängen (DRK-Kreisverbände Bernkastel-Wittlich und Westerwald)

Patenschaften für Verwaltungsangelegenheiten (DRK-Kreisverbände Vulkaneifel und Mayen-Koblenz)

Sprachpartnerschaft (DRK-Kreisverbände Kaiserslautern-Stadt und Kaiserslautern-Land)

Sprachtreff „Plausch“ (DRK-Kreisverband Mainz-Bingen)

 

Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

Die Einreise unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge/Ausländer (UMF/UMA) ist eine ganz besondere Herausforderung. Kinder und Jugendliche, die ohne Eltern und Familie Zuflucht suchen, benötigen ganz besonders Hilfe und Betreuung. Sie sind schutzlos, verängstigt und verloren.

Das rheinland-pfälzische Rote Kreuz sieht es als seine Pflicht und in seiner Verantwortung diesen Kindern und Jugendliche schnellstmöglich zu helfen. Die Häuser für Jugend- und Familienhilfe Westerwald und Worms nahmen bereits unbegleitete minderjährige Flüchtlinge auf. Zwischenzeitlich hat das Rote Kreuz weitere Räumlichkeiten in Flammersfeld und Herschbach erworben, um jungen geflüchteten Menschen ein erstes Zuhause zu bieten.

Genauso engagieren sich die DRK-Kreisverbände Bitburg-Prüm, Kaiserslautern-Stadt, Kaiserslautern-Land, Koblenz-Stadt, DRK Mittelrhein, Germersheim und die DRK-Elisabeth-Stiftung in der Betreuung minderjähriger flüchtender Kinder und Jugendliche.

Gemeinsam nehmen wir die Herausforderung an und arbeiten Hand in Hand zusammen, damit eine Integration und Verarbeitung des Erlebten gelingen kann.

18.09.2017