DRK-Jahresrückblick 2016 - Deutsches Rotes Ehrenamt. Ein starkes Team, auf das im Notfall immer Verlass ist.

Arbeitsgemeinschaft der Hilfsorganisationen im Katastrophenschutz (HiK)   Rund 50 Ehrenamtliche, hauptberufliche Mitarbeitende und angehende Notfallsanitäter/innen sind auf dem Weg Richtung Mendig. Mit dabei der Behandlungsplatz (BHP) 100 und die beiden Betreuungskompetenten 500 – ausgestattet für die Versorgung von 1.000 Betroffenen – Decken, Feldbetten, Kopfkissen und Hygienesets. Alle Einsatzkräfte versammeln sich im Bereitschaftsraum in Rheinböllen um zu entscheiden wie es weitergeht. Was ist passiert?

Anfang Juni 2016 findet das alljährliche Festival „Rock am Ring“ statt. Trotz schlechten Wetters sind die Besucher/innen bester Laune, bis ein großes Unwetter das Festivalgelände erreicht und einige von ihnen verletzt werden. Sofort alarmiert das Land Rheinland-Pfalz die Leitungsgruppe der Arbeitsgemeinschaft der Hilfsorganisationen (HiK): Einsatz für den Zusammenschluss des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) gemeinsam mit dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG), der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) und dem Malteser Hilfsdienst (MHD). Mit dabei auch über 30 Kräfte der Psychosozialen Notfallnachsorge (PSNV) aus Bitburg, Trier und Bernkastel, die gemeinsam mit vielen Rotkreuzler/-innen aus Trier-Saarburg, Vulkaneifel, Bernkastel-Wittlich an der Raststätte Elztal aktiv im Einsatz waren. Unterstützt wurden sie von Feuerwehren, dem Malteser Hilfsdienst und dem Technischen Hilfswerk.

Ein Szenario das wieder einmal gezeigt hat wie gut die Zusammenarbeit zwischen den Hilfsorganisationen in Rheinland-Pfalz, seit nun mehr 10 Jahren, funktioniert und wie wichtig die gute Verzahnung zwischen ehrenamtlichen und hauptberuflichen Einsatzkräften ist. Ein wichtiger Schritt der Weiterentwicklung der HiK ist die Anschaffung eines Multikopters. Dieser Flugkörper kann bei Großschadensfällen live Bilder übertragen und übernimmt die Arbeit der Einsatzkräfte, die sich bisher in Gefahrenzonen begeben mussten, um die Lage zu erkunden.

 

Weiterentwicklung in der Bereitschaftsarbeit

Eigene Erfahrungen und das gesammelte Wissen an den Nachwuchs weiterzugeben, das ist das Ziel der rheinland-pfälzischen Landesbereitschaftsleitung. Das Führungsteam setzt auf die Kompetenzen jüngeren Personals, bindet es frühzeitig in die Leitungsebene ein und überträgt vertrauensvoll Verantwortung. Die große Herausforderung der kommenden Jahre wird es daher sein, die Bereitschaftsarbeit konzeptionell immer weiter zu entwickeln, Ehrenamtliche zu begeistern, zu binden und fortzubilden, um für kommende Schadenslagen gut aufgestellt zu sein.

Die gute Zusammenarbeit der Landesleitungen der vier Gemeinschaften „Bereitschaften“, „Jugendrotkreuz“, „Wasserwacht“ und „Wohlfahrts- und Sozialarbeit“ funktioniert, das zeigte der Rotkreuztag in Nackenheim. Rund um die drei Bildungszentren sowie in der Carl-Zuckmayer-Halle fand ein Tag für Ehrenamtliche statt. Im Mittelpunkt stand der JRK-Landeswettbewerb der Stufe III (17 bis 27 Jahre). Bei heißen 35 Grad im Schatten gaben die Teilnehmenden alles, um die Besten in den Bereichen Erste Hilfe, Sport, Spiel und Wissen zu sein. Mitglieder der rheinland-pfälzischen Wasserwacht sorgten dabei für eine willkommene Abkühlung und luden zu einer Spritztour auf dem Rhein ein. Höhepunkt des Rotkreuztages war der Festakt in der Carl-Zuckmayer-Halle, bei dem der rheinland-pfälzische Rotkreuzpräsident Landrat Rainer Kaul erfolgreiche Wasserwacht-Mitglieder auszeichnete.

 

JRK Klotten holen Bundestitel nach Rheinland-Pfalz

Sie konnten ihr Glück nicht fassen, die Jugendrotkreuzler/-innen aus Klotten (DRK-Kreisverband Cochem-Zell): Bei den Bundeswettbewerben der Stufe III vom 16.-18. September 2016 in Straubing gewannen sie den Titel. Sie setzten sich in den Bereichen Erste Hilfe, Rotkreuz-Wissen, Musisch-Kulturell, Soziales sowie Sport und Spiel gegen die Konkurrenz aus den anderen Landesverbänden durch. Erst drei Wochen zuvor war es den JRKlern gelungen beim Rotkreuztag in Nackenheim den Titel der rheinland-pfälzischen Landessieger nach Hause zu holen.

 

Gelungene Familienzusammenführung

Dem rheinland-pfälzischen Roten Kreuz ist es gelungen, das Schicksal zweier syrischer Kinder positiv auf den Weg zu bringen. In Zusammenarbeit mit Behörden, dem DRK-Kreisverband Birkenfeld, vielen hauptberuflichen und ehrenamtlichen Rotkreuz-Mitarbeitenden konnten die 7- und 9-jährigen Kinder nach Deutschland aus der Türkei geholt werden.

 

Suchdienst in Zahlen

1 Landesauskunftsbüro

18 Kreisauskunftsbüros mit 133 ehrenamtlichen Helfer/innen im DRK-Landesverband Rheinland-Pfalz

4 Suchdienst-Beratungsstellen in den DRK-Kreisverbänden Birkenfeld, Kaiserslautern-Land, Mainz-Bingen und Neuwied

Suchanfragen bundesweit (2015)

2. Weltkrieg:

12.000 Anfragen über den Verbleib und das Schicksal kriegsvermisster Angehöriger; rund 10.500 Anfragen abschießend bearbeitet

internationale Suche:

1.700 Suchanfragen nach Angehörigen in Folge von Kriegen und bewaffneten Konflikten, vor allem auch in Folge der Flüchtlingsströme: in ¾ Fällen erfolgreiche Hilfe durch den DRK-Suchdienst

Spätaussiedler:

290 neue Anfragen

Telefonate/Videokontakte

479.358 zwischen Angehörigen, um Familienkontakte zu ermöglichen

Vereinigungen

17.000 Fälle in Landes- und Kreisverbänden von Spätaussiedleraufnahmeverfahren und Familienzusammenführungen von Flüchtlingen

 

 

Sieger Rotkreuztag 2016

1.     Platz: JRK Klotten, DRK-Kreisverband Cochem-Zell

2.     Platz: JRK Neupotz, DRK-Kreisverband Germersheim

3.     Platz: JRK Bitburg, DRK-Kreisverband Bitburg-Prüm

 

Rheinland-Pfalz-Tag in Alzey

Das Rote Kreuz präsentiert sich unter dem Motto „Deutsches Rotes Team“ – Setze ein Zeichen und werde ehramtlicher Helfer mit DRK-Oldtimern beim Festumzug. Den Festwagen begleiteten rund 30 aktive Rotkreuzler/innen aus den DRK-Kreisverbänden und –Ortsvereinen.

 

 

Wasserwacht

1.200 Ehrenamtliche

11 Wasserwachtgruppen

 

Bergwacht

60 Ehrenamtliche

 

Rettungshunde-Staffeln

120 Ehrenamtliche

30 Rettungshunde-Teams

 

9 Rettungshunde-Staffeln

 

Gelungene Zusammenarbeit

SEG Sanitätsdienst

4.800 Einsatzkräfte

 

SEG Betreuung

2.700 Einsatzkräfte

 

Psychosoziale Notfallversorgung

240 Einsatzkräfte in 17 Teams

 

SEG Verpflegung

350 Einsatzkräfte

 

Erfolgreich aus-, fort- und weitergebildet

253 Teilnehmende in 29 Ausbilderschulungen

266 Teilnehmende in Führungs- und Leitungskräfte-Modulen

653 Teilnehmende an Aus-, Weiter- und Fortbildungen für Ehrenamtliche

03.08.2017