DRK-Kinderschutzdienst Westerwald zieht Bilanz 2016

Mehr Mädchen suchen Beratungsangebote auf / Steigender Beratungsbedarf in Kitas / Schwerpunkt „Prävention von sexualisierter Gewalt“ weiter ausgebaut

Der DRK-Kinderschutzdienst Westerwald beriet im Jahr 2016 101 Mädchen und Jungen. Davon waren 62 Beratungen längerfristig, 39 kurzfristig. Auch im vergangenen Jahr suchten mehr Mädchen Hilfe beim Kindeschutzdienst als Jungen.

Darüber hinaus nahmen Erzieher/-innen, Lehrer/-innen und Sozialpädagogen/-innen 157 Fachberatungen – darunter 41 nach §8b SGB VIII und 82 Beratungen nach §8a SGB VIII – bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung in Anspruch. Im Jahr 2016 berieten die pädagogischen DRK-Fachkräfte insgesamt 82 Einrichtungen, größtenteils Kindertagesstätten, aber auch Schulsozialarbeiter/-innen und Mitarbeitende in Jugendhilfeeinrichtungen.

Ein Schwerpunkt in der Arbeit lag auch im vergangenen Jahr wieder in der Beratung von Kindern und Jugendlichen, die von sexualisierter (überwiegend Mädchen) und seelischer Gewalt betroffen waren. Unverändert war dabei der Anteil der in engen sozialen Beziehungen von Gewalt betroffenen Kinder und Jugendlichen. Auffällig hingegen ist, dass im Vergleich zum Vorjahr der Anteil bei Jungen, die durch familiäre Konflikte und Problemlagen der Eltern belastet sind, erneut gestiegen ist.

An der Altersstruktur hat sich zunächst nichts geändert: Den größten Teil machen auch 2016 die 15- bis unter 18-jährigen jungen Menschen aus. Danach folgen Kinder im Alter zwischen neun und zwölf Jahren. Der Anteil der Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund ist hingegen von 16 Prozent (2015) auf nun 25 Prozent (2016) angestiegen.

Der DRK-Kinderschutzdienst Westerwald setzte auch 2016 weiter auf die Zusammenarbeit mit Fachkräften aus unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern der psychosozialen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Dazu gehörte unter anderem auch die Teilnahme an der jährlich stattfindenden Netzwerkkonferenz sowie am Runden Tisch „Rhein-Westerwald gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen“.

Für 2017 sind die Perspektiven klar gesteckt: Die Prävention von sexualisierter Gewalt wird weiterhin ein großer Schwerpunkt bleiben. Auch stehen die pädagogischen DRK-Fachkräfte ehrenamtlichen Mitarbeitenden in der Kinder- und Jugendarbeit als Experten zur Verfügung. Darüber hinaus intensiviert der Kinderschutzdienst die Kooperation mit Lehrer/-innen und Schulsozialarbeiter/-innen, wie Eva Schäfer, Teamleiterin im DRK-Kinderschutzdienst Westerwald, erklärt: „Unsere aufsuchende Arbeit wird von den Schulen gerne angenommen. Durch diesen niedrigschwelligen Arbeitsansatz erreichen wir Kinder und Jugendliche, die vielleicht den Zugang zu Beratungsangeboten nicht finden würden. Diese Entwicklung möchten wir auch 2017 fortsetzen.

 

Über den DRK-Kinderschutzdienst Westerwald:

Der DRK-Kinderschutzdienst Westerwald ist ein Fachdienst für Kinder und Jugendliche mit Gewalterfahrungen, z.B. sexueller Missbrauch, körperlicher und/oder psychischer Misshandlung. Kinder, Jugendliche und ihre Angehörige werden von qualifizierten Fachkräften betreut. Alle Gespräche werden vertraulich behandelt. Die Beratung ist kostenfrei. Alle wichtigen Infos unter: http://www.kijufa.drk-rlp.de/kinderschutzdienst.html.

22.03.2017